Heiraten in Tracht als Trend

Titelbild Heiraten in Tracht

Die wichtigsten Tipps für Brautpaar und Gäste einer Trachtenhochzeit.

Themenhochzeiten liegen voll im Trend. Dazu gehört auch das Heiraten in Tracht. Im ländlichen Raum ist es lange Zeit üblich gewesen, in Tracht zu heiraten. Warum? Das ist schnell erklärt: Die Menschen waren früher ärmer und die Tracht das schönste „Gwånd“ im Kleiderschrank. Was lag da näher, als zu besonderen Anlässen eben die Tracht anzuziehen. Kärnten bildet da natürlich keine Ausnahme. Leider ist dieser Brauch im Laufe der letzten 20 bis 30 Jahre stetig unbeliebter geworden. Der „Kärntner-Anzug“ oder der „Trachtenjanker“ fanden einfach keinen Anklang bei den Millenials. „Altmodisch, unbequem und lächerlich“ – das sind nur drei Attribute, mit denen die Tracht konfrontiert war. Ein Grund dafür war wohl, dass ab den mittleren 90er Jahren mit der Verbreitung des Internets und des Privatfernsehens die große weite Welt auf die Bildschirme zu Hause kam. Fernsehsender wie MTV zeigten dem Nachwuchs, was gerade anderswo „modern und hip“ war. Die Tracht zählte leider nicht dazu. Auch die zunehmende Verstädterung trug zum schlechten Image der Tracht bei.

Heute aber erleben wir eine Renaissance von Dirndl, Lederhosn & Co. Immer mehr junge Brautpaare entscheiden sich fürs Heiraten in Tracht und beleben so einen alten Hochzeitsbrauch wieder. Damit so eine Trachtenhochzeit wirklich stimmig ist, gibt’s aber einiges zu beachten…

Regionale Unterschiede

Eins muss dir klar sein: Eine Tracht symbolisiert – wie bei den Hochzeitsbräuchen – immer auch die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Volksgruppe. In Kärnten unterscheidet sich die Tracht je nach Region und/oder Tal. Eine Gailtaler-Tracht sieht beispielsweise komplett anders aus als eine Mölltaler-Tracht oder eine Drautaler-Tracht. Und dabei liegen diese Täler eigentlich nebeneinander. In Kärnten gibt es – nebenbei bemerkt – über 80 registrierte Trachten. Die folgenden Tipps sind also eher allgemeiner Natur und nicht auf eine bestimmte Tracht in Kärnten zugeschnitten.

Heiraten in Tracht: Der Dresscode für das Brautpaar

Braut und Bräutigam sind natürlich auch bei einer Trachtenhochzeit die Stars. Das klappt am besten mit der Festtagstracht aus der jeweiligen Kärntner Heimatregion der Braut bzw. des Bräutigams.

Tipps für die Braut

Dirndl

Das Brautdirndl ist beim Heiraten in Tracht auch in Kärnten Tradition. Es besteht auf jeden Fall aus edlen Stoffen. Einfache Baumwolle reicht hier nicht aus. Brokat, Seide und Spitze mit viel Verzierung sind hier das Maß der Dinge. Eine Maßanfertigung wäre natürlich das Beste. Das Brautdirndl kann ruhig farbenfroh sein, allerdings nicht zu grell. Wichtig: Solltet ihr kirchlich heiraten, ist das Dirndl auf jeden Fall länger – mindestens bis übers Knie. Schulterfrei ist hier auch verboten, also aufpassen bei der Wahl der Dirndlbluse für die Kirche! Standesamtlich darf’s ruhig ein bisschen lockerer zugehen.

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Ein sehr schöne Auswahl an Hochzeitsdirndln und Hochzeitsanzügen findest auf bei Lodenfrey. Besondern schön für den Anlass finde ich das seidenweiße kurze Dindl mit Spitzenschürze. [Partnerlink]

Und wohin mit der Schleife am Hochzeitsdirndl? Ein eher jüngerer Brauch ist es, die Schleife am Hochzeitstag links zu binden. Nach dem Ja-Wort kannst du die Schleife dann aufmerksamkeitswirksam vor deinen Gästen von links nach rechts umbinden.

Frisur

Kurz gesagt: Flechtelemente müssen sein. Diese können je nach Haarlänge kürzer oder länger ausfallen. Der klassische Gretchenzopf ist immer noch angesagt. Speziell, wenn er als „Krone“ über den Vorderkopf gezogen wird. Die Braut sollte allerdings eine auf die Gesichtsform abgestimmte Flecht- oder Hochsteckfrisur tragen. Rundes oder quadratisches Gesicht: Hochsteckfrisur ideal. Langes Gesicht: Pony oder Seitenscheitel. Ovales Gesicht: Gratuliere, hier passt alles dazu 😉. Dreieckiges Gesicht: mehr Volumen mit lockigen Elementen ist ratsam. Lass‘ dich auf jedem Fall von einem versierten Friseur eures Vertrauens beraten.

Haarschmuck

Erst der Haarschmuck macht das Trachtenoutfit komplett. Hier gibt es zwei beliebte Möglichkeiten: einerseits Trachten-Haarnadeln und -spangen aus Silber oder Gold. Diese werden im besten Fall vererbt, damit hat die Braut dann auch gleich „was Altes“ 😉. Haarnadeln oder Haarspangen haben zwei Vorteile: sie sehen dekorativ aus und halten die Trachtenfrisur zusammen. Andererseits gibt’s auch noch den Blumenschmuck fürs Haar – oft in Form eines sogenannten Blumenkranzes. Dieser sollte aber auf jeden Fall auf die restliche Blumendeko abgestimmt sein. Haarnadeln und Blumenkranz können selbstverständlich auch kombiniert werden. Nur aufpassen, dass es nicht zu viel wird. Wir wollen doch kein Blumenbeet am Kopf. Der Haarschmuck kann natürlich auch von der jeweiligen regionalen Tracht abhängen.

Brautstrauß

Der Brautstrauß passt beim Heiraten in Tracht natürlich zum restlichen Farbkonzept und Ambiente der Hochzeit. Ist die Trachtenhochzeit sehr rustikal, sollte es der Brautstrauß ebenfalls sein. Er enthält die Lieblingsblumen der Braut. Traditionell muss sich eigentlich der Bräutigam um die Zusammenstellung des Brautstraußes kümmern, das wird heutzutage allerdings nur mehr selten gemacht. Achte auch auf die verschiedenen Bedeutungen der Blumen. Diese können sich regional unterscheiden.

Unser Tipp: Wenn du deinen Brautstrauß nach der Hochzeit aufheben und trocknen willst, solltest du für das Brautstrauß werfen ein Duplikat anfertigen lassen.

Tipps für den Bräutigam

Trachtensakko

Erschreckend, wie viele Männer immer noch nicht wissen, wie man ein Sakko knöpft. Die folgenden Regeln gelten fürs Trachtensakko ebenso wie fürs normale Sakko, auch über Kärntens Grenzen hinaus 😉:

  • Einreihig, 2 Knöpfe: Beim Sitzen geöffnet. Beim Stehen den oberen Knopf geschlossen.
  • Einreihig, 3 Knöpfe: Beim Sitzen geöffnet. Beim Stehen den mittleren Knopf geschlossen. Modern: Beim Stehen den mittleren und den oberen Knopf geschlossen.
  • Einreihig, 4 Knöpfe: Beim Sitzen geöffnet. Beim Stehen entweder die mittleren beiden Knöpfe geschlossen oder die oberen 3 geschlossen.
  • Einreihig, 5 Knöpfe: Beim Sitzen geöffnet. Beim Stehen bleibt nur der unterste Knopf offen.
  • Zweireihig: Beim Sitzen und auch beim Stehen immer alles geschlossen.
  • Die Weste: alle Knöpfe bis auf den untersten Knopf geschlossen.

Unser Tipp: Wenn der Bräutigam eine Weste trägt, kann das Sakko im Stehen ruhig geöffnet bleiben. Gleiches gilt, wenn zur Lederhose ein Trachtensakko getragen wird. Dieses darf auch ruhig offen bleiben. Der Online-Händler www.LODENFREY.com [Partnerlink] hat ein umfangreiches Trachtensortiment für Frauen und für Männer. Von Schuhen über Westen bis zu Trachtensakkos bekommst du dort echt alles.

Der Kärntneranzug

Fürs Heiraten in Tracht in Kärnten keine schlechte Wahl. Wir finden aber Lederhosen besser. Zum Kärntneranzug gehört natürlich die passende schwarze, gemusterte Weste drunter. Das Hemd sollte weiß sein, die Krawatte rot.

Unser Tipp: Wenn sich der Bräutigam entscheidet, in der Kirche statt eines Kärntner-Anzugs (oder der entsprechenden regionalen Tracht) eine Lederhose zu tragen, sollte die Lederhose mindestens ¾ lang sein. Und neu. Und mit vielen Stickereien, aber nicht kitschig. Edel halt. Bitte nichts Speckiges!

Bei Trachtenmode bei Jochem [Partnerlink] findet der modebewusste Trachtenträger eine tolle Auswahl an Lederhosen für die Hochzeit.

Die Schuhe

Kurz gesagt: zum Kärntneranzug trägt Mann schwarze Lederschuhe. Zur Lederhose die sogenannten Haferl-Schuhe. Ende der Diskussion.

Heiraten in Tracht: Der Dresscode für die Gäste

Eine Heirat in Tracht ist nur stimmig, wenn auch die Gäste dem entsprechenden Trachten-Dresscode auf der Hochzeitseinladung folge leisten. Dem Dresscode Folge zu leisten, zeugt von Respekt. Wenn du als Gast auf eine Trachtenhochzeit eingeladen bist, aber keine Tracht besitzt, kannst du dir im Trachtengeschäft deiner Wahl auch eine ausleihen. Die Anprobe wird für Trachtenneulinge definitiv zum Erlebnis 😊. Es muss aber auch keine komplette Tracht sein. Festliche Kleidung mit raffinierten Trachtenaccessoires kombiniert ist ebenfalls ein Hingucker.

Allgemein gilt für Männer wie für Frauen: nicht zu kurz, nicht zu grell, nicht zu viel weiß. Sollte sich aus diversen Gründen keine Tracht und keine Trachtenaccessoires auftreiben lassen, tut dem Brautpaar einen Gefallen und stellt euch bei den Fotos nicht unbedingt in die erste Reihe.

Das Drumherum einer Trachtenhochzeit

Wie bei jeder normalen Hochzeit, muss auch beim Heiraten in Tracht die Dekoration, das Ambiente und das Drumherum mit dem Dresscode und der Location harmonieren. Naturverbundenheit ist hier ganz wichtig. Nachfolgend findest du kurz und knackig ein paar wichtige Tipps, die dir helfen sollen, eine stimmige Hochzeit auf die Beine zu stellen.

Das Farbkonzept

Das Farbkonzept steht auch bei Trachtenhochzeiten ziemlich am Anfang jeder Planung. Denn die Farben werden auf viele Teilelemente der Hochzeit angewendet. Egal ob Tischdeko, Blumenschmuck, Einladungs- und Dankeskarten, Getränkekarten, Brautstrauß oder sonstige Accessoires, das Farbkonzept zieht sich durch. Erster Schritt: das Festlegen der Hauptfarbe. Hier solltest du dir überlegen, welche Stimmung du vermitteln willst. Verschiedene Farben bedeuten verschiedene Stimmungen. Darüber findest du im Internet genug. Die Hauptfarbe lieber etwas dezenter, gedeckter wählen, weil die Tracht an sich schon bunt ist. Pastelltöne kommen gut. Auch die Saison, in der ihr heiratet, spielt eine Rolle, speziell bei der Blumenwahl.

Im zweiten Schritt wählt ihr mindestens eine Zweitfarbe. Diese besitzt im Idealfall den gleichen Grundton wie die Hauptfarbe. Zum Beispiel Dunkelgrün und Mint oder Lila und fliederfarben. Auch dezente Kontraste kommen gut. Zum Beispiel Mintgrün mit Rosa auf weißem Hintergrund. Wie ihr euch auch entscheidet: nehmt euch Zeit dafür und wählt einen exakten Farbton!

Die Papeterie

Unter Papeterie versteht man alle Drucksorten, also Kirchenhefte, Einladungen, Menü- und Getränkekarten, Dankeskarten etc… Wie ihr sie gestaltet bleibt euch überlassen. Ein bis zwei Tipps solltet ihr aber beherzigen: Bei einer Hochzeit in Tracht eher auf Natürlichkeit setzen. Damit ist Naturpapier (ungestrichenes/ungebleichtes Papier) gemeint. Hochglanz oder lackiertes Papier ist hier eher fehl am Platz. Naturfarben – passend zum restlichen Farbkonzept – runden das Ganze stimmig ab. Also nichts übermäßig Grelles. Neongrün und Pink sollten es also nicht in die engere Wahl schaffen. Gedeckte Farben sind auch hier Trumpf.

Die Einladung

Die Einladung zur Trachtenhochzeit muss auf jeden Fall den Hinweis zum Dresscode enthalten. Die Papier- und Farbwahl hab‘ ich schon erwähnt. Nett ist auch eine Einladung in Mundart. Der Text zum Dresscode auf der Einladung könnte dann lauten: Ånziehn tua ma s‘ Tråchtengwånd, wies Brauch is bei uns im Kärntnerlånd.“ Das gilt natürlich nicht nur für die Einladung, auch die restliche Papeterie kannst du in Mundart gestalten.

Die Verpflegung

Das Thema „Wir heiraten in Tracht“ wirkt sich auch auf die Speisen und Getränke aus. Bleibt hier konsequent und setzt auf Regionalität und Naturverbundenheit. Das heißt: keine übertrieben exotischen Speisen und Getränke anbieten. Pina Colada als Signature Drink und Asiasalat mit Mangochutney und Thunfischtartare als Vorspeise passen nicht zu einer Kärntner Trachtenhochzeit. Lieber auf Kaiserspritzer und Hirschcarpaccio mit Steinpilzen setzen 😉.

Hoffentlich hilft dir dieser Text bei der Planung eurer Trachtenhochzeit in Kärnten etwas weiter. Was beim Heiraten in Tracht natürlich nicht fehlen darf, sind die passenden Hochzeitsbräuche. Wir haben dir die 13 beliebtesten Hochzeitsbräuche in Kärnten zusammengestellt, damit du weißt, was euch eventuell als Brautpaar erwartet.