Hochzeits-FAQs​

In unserer FAQ-Sektion findest du die wichtigsten Antworten auf die allgemeinen W-Fragen rund um die Themen Hochzeit, Heiraten, Standesamt, Kirche, Kosten und so weiter.​

Das standesamtliche Heiraten in Österreich setzt sich aus mehreren Kostenpositionen zusammen (Stand 12/2018):

  • Feststellung der Ehefähigkeit: € 50,-
  • Bundesverwaltungsabgabe:
    • Bei Trauung im Standesamt während der Dienstzeiten: € 5,40
    • Bei Trauung im Standesamt außerhalb der Dienstzeiten: € 10,90
    • Bei Trauung außerhalb des Standesamtes: € 54,50

Sollten noch ausländische Schriften (zB. aufgrund einer ausländischen Staatsbürgerschaft des Bräutigams) vorzuweisen sein: zusätzlich € 130,-. Dazu kommen dann noch individuell vereinzelt Gebühren.

Eine kleine Beispielrechnung: Standesamtliche Trauung von zwei Österreichern durch Standesbeamten an einem Samstag außerhalb des Standesamtes Villach:

Ehefähigkeit (Aufgebot): € 50,00

Trauung: € 54,50

Gebühren (Heiratsurkunden etc.): € 6,30

Summe: €110,80

In Österreich kannst du auf jedem Standesamt heiraten. Es muss nicht das Standesamt in der Gemeinde des Hauptwohnsitzes der Braut oder des Bräutigams sein. Beispiel: Die Braut hat ihren Hauptwohnsitz in Wien. Der Bräutigam immer noch in Klagenfurt. Die Feststellung der Ehefähigkeit und die Trauung können problemlos auch am Standesamt in Villach erfolgen.

Wenn du Österreicher/in bist, ledig und geschäftsfähig:

  • Lichtbildausweise (Reisepass od. Führerschein)
  • Geburtsurkunde (bei Geburt im Ausland die entsprechende Urkunde)
  • Staatsbürgerschaftsnachweis
  • Nachweis eventueller akademischer Grade
  • Bei Hauptwohnsitz außerhalb Österreichs: Nachweis des Hauptwohnsitzes

Wenn du bereits in einer eingetragenen Partnerschaft gelebt hast oder verheiratet warst zusätzlich:

  • Heirats- oder Partnerschaftsurkunde der letzten Partnerschaft
  • Scheidungsurkunde oder Nachweis zur Aufhebung der früheren Ehe oder der eingetragenen Partnerschaft
  • eventuell die Sterbeurkunde des ehemaligen Ehepartners oder des eingetragenen Partners
  • Wenn die letzte Ehe im Ausland geschieden wurde: Rechtskräftige Bestätigung/gerichtliche Entscheidung über die Auflösung/Nichtigerklärung der Ehe

Wenn du mit deinem zukünftigen Ehepartner ein oder mehrere Kinder hast zusätzlich:

  • Geburtsurkunde des Kindes
  • Vaterschaftsanerkenntnis, wenn der Vater noch nicht auf der Geburtsurkunde eingetragen ist
  • Nachweis über den Wohnsitz des Kindes
  • Wenn vorhanden: Staatsbürgerschaftsnachweis des Kindes

Wenn einer der beiden Eheleute ausländischer Staatsbürger ist, werden zusätzliche Dokumente benötigt. Welche das sind, erfährst du vom Standesbeamten.

Wenn du die Zeit hast, mach einen Termin beim Wunschstandesamt und klär‘ in Ruhe mit dem Standesbeamten ab, wie das weitere Vorgehen ist und welche Unterlagen du bzw. ihr eventuell noch nachreichen müsst.

Das Aufgebot ist die Niederschrift über die Ermittlung der Ehefähigkeit. Ehefähigkeit bedeutet, dass kein Eheverbot vorliegt. Ehefähig ist jemand, der:

  • Volljährig (18 Jahre) und entscheidungsfähig ist
  • Nicht mit dem zukünftigen Ehepartner blutsverwandt ist
  • Nicht in einem aufrechten Adoptivverhältnis mit dem zukünftigen Ehepartner steht
  • Zum Zeitpunkt des Aufgebots nicht in einer anderen Ehe oder einer eingetragenen Partnerschaft lebt.

Das Aufgebot wird eigentlich oft beim ersten Termin im Standesamt gemacht. Hier meldet man sich auch gleich zur standesamtlichen Trauung an, wenn man schon einen Wunschtermin im Kopf hat. Zum Aufgebot sollten beide Partner anwesend sein. Vergesst auch nicht die Dokumente.

Du solltest dich und deinen Partner nicht früher als sechs Monate vor dem gewünschten Trauungstermin zur standesamtlichen Trauung anmelden. Die Ermittlung der Ehefähigkeit (Aufgebot) ist nämlich nur maximal sechs Monate gültig. Überlegt euch auch schon im Vorfeld, wer welchen Nachnamen annimmt. Das könnt ihr dort auch bereits bekanntgeben.

Hier hast du in Österreich rechtlich die Qual der Wahl:

  1. Ein gemeinsamer Familienname – egal ob der Familienname der Braut oder des Bräutigams
  2. Ein Doppelname – hier könnt ihr euch aussuchen, welcher Familienname zuerst kommt
  3. Weiterhin getrennte Namensführung – jeder behält seinen eigenen Familiennamen

Wir empfehlen dir hier die Seite von oesterreich.gv.at.

Dort steht ausführlich und mit Beispielen, was genau möglich ist und was nicht und wie eure Kinder heißen könnten, es gibt da nämlich ein paar gesetzliche Auflagen.

Eine Hochzeit zu Hause ist standesamtlich möglich, sofern das Standesamt bzw. der Standesbeamte diesem Ort zustimmt. Der Ort der Trauung muss einer Eheschließung angemessen sein. Was angemessen ist, entscheidet der Standesbeamte. Eine Trauung in deiner Garage wird dann wohl eher abgelehnt. Diese ist aber mit höheren Gebühren verbunden. Eine kirchliche Hochzeit ist allerdings nur in einer Kirche möglich.

Ja. Seit 01. Jänner 2019 ist es in Österreich gesetzlich erlaubt, gleichgeschlechtlich zu heiraten. Eine eingetragene Partnerschaft zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern ist seit dem Jahr 2010 möglich.

Eine kirchliche Trauung (röm.-kath.) ist nur möglich, wenn mindestens ein Partner (also Braut oder Bräutigam) der römisch-katholischen Kirche angehört.

Üblicherweise musst du dich bei der katholischen Kirche in deinem Heimatort zur kirchlichen Trauung anmelden, auch wenn du nicht in deiner Heimatpfarre heiraten möchtest. In welcher Kirche du heiraten willst, musst du dann dort bekanntgeben. Anmelden solltet ihr euch sechs bis zwölf Monate vor eurem Wunschtermin. Die Webseite der Katholischen Kirche Kärnten hat eine tolle Suchfunktion. Dort findest du alle Kirchen und Pfarren in Kärnten inklusive Kontaktadressen.

Ja, für eine kirchliche Hochzeit (römisch-katholisch) benötigst du (mindestens) zwei Trauzeugen. Sie müssen über 18 Jahre alt sein und körperlich bzw. geistig fähig, die Vorgänge der Trauung zu verstehen. Welcher Religion die Trauzeugen angehören, ist dabei vollkommen egal.

Nein, in Österreich ist eine kirchliche Hochzeit nicht notwendig. Es reicht eine standesamtliche Hochzeit. Eine rein kirchliche Hochzeit ohne standesamtliche Hochzeit wird in Österreich rechtlich nicht anerkannt.

Laut §15 Abs. 1 des österreichischen Ehegesetzes musst du standesamtlich heiraten, damit die Ehe rechtsgültig ist. Das heißt, ihr müsst euch vor einem Standesbeamten das Ja-Wort geben. Zusätzlich könnt ihr euch dann auch vor einem Pfarrer/Diakon etc. das kirchliche Ja-Wort geben.

Ja. In Österreich ist es nicht notwendig, bei der standesamtlichen Trauung Trauzeugen mitzubringen.

Nein. Eheringe sind in Österreich zum rechtmäßigen Heiraten vor einem Standesbeamten nicht notwendig. Die Ringe sind aber aus rituellen bzw. traditionellen Gründen vom Brautpaar eigentlich immer gewünscht.

Eine befristete Witwenpension fällt bei neuerlicher Eheschließung mit Ende des Monats, in dem die neue Ehe geschlossen wurde, weg. Eine unbefristete Witwenpension wird nach neuerlicher Eheschließung mit dem 35-fachen Pensionsbetrag einmalig abgefunden.

Es ist in Österreich erlaubt, die Cousine zu heiraten (§6 Ehegesetz Österreich). Eine Heirat zwischen Blutsverwandten ersten Grades (zum Beispiel Vater – Tochter) ist verboten. Die Heirat zwischen Bruder und Schwester oder eine Hochzeit zwischen Halbgeschwistern ist auch verboten. Genetisch unbedenklich ist eine Heirat erst zwischen Verwandten dritten Grades, also wenn beide Ehepartner die gleichen Urgroßeltern hatten. Hochzeiten zwischen Verwandten sind allerdings in Österreich gesellschaftlich eher tabu.

In Österreich hast du gesetzlich keinen Anspruch auf extra Urlaubstage durch eine Hochzeit. Der Sonderurlaub ist normalerweise im entsprechenden Kollektivvertrag geregelt. Oft gibt es auch Betriebsvereinbarungen dazu. Üblich ist allerdings ein kollektivvertraglicher Sonderurlaub bei der eigenen Hochzeit von ein bis drei Tagen. Hier musst du wirklich in deinem Kollektivvertrag nachsehen oder bei der Personalabteilung nachfragen.

Nein, die Kosten einer Hochzeit sind in Österreich nicht steuerlich absetzbar. Auch nicht unter dem Posten „Außergewöhnliche Belastungen“.

Die Eheringe zahlt der Bräutigam. In Österreich ist das traditionell so. Muss aber nicht sein. Es gibt auch die Tradition, dass sich das Brautpaar die Ringe gegenseitig kauft. Viele Frauen erwarten sich jedoch, dass der Mann beim Juwelier die Brieftasche zückt und alles zahlt.

Der Ehering kommt in Österreich, Deutschland, Norwegen und einigen anderen Ländern Europas auf den Ringfinger der rechten Hand. In Amerika ist es allerdings üblich, den Ehering am Ringfinger der linken Hand zu tragen. Warum das so ist, darauf gibt’s leider keine konkrete Antwort, sondern nur Vermutungen.

Bei der Hochzeit zählt in Österreich das Datum der standesamtlichen Trauung, vom rechtlichen Standpunkt aus betrachtet. Dieses Datum ist auch in der Heiratsurkunde vermerkt.

Wer beim Heiraten zuerst gefragt wird – dafür gibt’s auch in Österreich und in Kärnten standesamtlich keine Regel. Das Brautpaar kann selbst entscheiden, wer zuerst gefragt wird. Das kann man dann beim Aufgebot dem Standesbeamten mitteilen. Bei der kirchlichen Hochzeit wird allerdings zuerst der Mann gefragt.

Bei einer kirchlichen Heirat steckt zuerst der Mann den Ring auf den Finger der Frau. Standesamtlich ist es egal. Ein Ringtausch ist am Standesamt eigentlich nicht notwendig.

Früher war es in Österreich und Kärnten Tradition, dass die Brauteltern die Kosten dafür tragen. Heute ist das allerdings nicht mehr so streng. Es wird aber dennoch oft so gehandhabt.

Am Brauttisch sitzen laut Etikette: Braut, Bräutigam, Brautvater, Brautmutter, Vater des Bräutigams, Mutter des Bräutigams. Wenn Platz ist, auch noch die Trauzeugen. Wenn ihr eine Tafel und genügend Platz habt, könnt ihr natürlich auch noch weitere wichtige Personen dazu nehmen. Wie so eine Sitzordnung aussehen könnte, findest du im Beitrag „Wer sitzt wo?“

Sobald die Scheidungsurkunde ausgestellt wurde, ist man wieder „ehefähig“. Die Scheidungsurkunde benötigst du spätestens für das Aufgebot am Standesamt als Nachweis. Das heißt, sobald du die Scheidungsurkunde in den Händen hältst, darfst du wieder ein Ja-Wort geben.

Ja. Als Ehepaar seid ihr grundsätzlich verpflichtet, zusammen zu wohnen. Allerdings gibt es gesetzliche Ausnahmen. Zum Beispiel, weil ein Elternteil des Ehepartners pflegebedürftig ist. Dann darf das Ehepaar rechtmäßig getrennt wohnen.

Die Heiratsurkunde bekommst du nach dem Ja-Wort vor dem Standesbeamten. Sie wird von beiden Ehepartnern unterschrieben. Gibt es Trauzeugen, unterschreiben auch diese. Dann wird die Heiratsurkunde an die Ehepartner überreicht. Wie viele Heiratsurkunden benötigt werden, ist am Standesamt zu besprechen. Üblicherweise sind es mindestens zwei Stück.

Die Eingetragene Partnerschaft ist eine standesamtlich bekundete, dauerhafte Lebensgemeinschaft mit Rechten und Pflichten. Sie gleicht in vielen Punkten der Ehe. Dennoch gibt es Unterschiede. Bis zum 31.12.2018 war die Eingetragene Partnerschaft gleichgeschlechtlichen Paaren vorbehalten. Wollt ihr euch über eine Eingetragene Partnerschaft informieren, besucht am besten diese Seite. Dort findet ihr alle wichtigen Informationen.

Ja. Seit 01.01.2019 dürft ihr auch als heterosexuelles Paar eine Eingetragene Partnerschaft eingehen. Allerdings könnte der Gesetzgeber das in naher Zukunft auch wieder ändern. Die Rechte und Pflichten, die diese Lebensgemeinschaft umfasst, findet ihr ebenfalls auf der oesterreich.gv.at-Seite. Das Prozedere (Dokumente, Voraussetzungen, Behörden etc.) zu einer Eingetragenen Partnerschaft ähnelt sehr stark dem einer standesamtlichen Hochzeit. Wenn ihr euch zu den Unterschieden zwischen Eingetragener Partnerschaft und Ehe schlau machen wollt, lest hier unseren Beitrag dazu.

Nein. In Österreich muss die Ehe vor einem Standesbeamten geschlossen werden, damit sie rechtsgültig ist (§15 Abs. 1 Ehegesetz Österreich). Eine Trauung, die von einem Wörthersee-Kapitän abgehalten wird, ist zwar romantisch, aber nicht gültig.

Hilfreiche Tipps und Tricks für eure Hochzeitsplanung