Hochzeitsessen: Buffet oder Menü?

Titelbild Hochzeitsessen: Buffet oder Menü?

Das Essen ist bei einer Hochzeit einer der wichtigsten Punkte. Erstens stellt das Hochzeitsessen einen wesentlichen Kostenpunkt in eurem Hochzeitsbudget dar. Zweitens macht heiraten hungrig. Nicht nur ihr als Brautpaar, auch die Mägen eurer Gäste freuen sich schon auf eine Mahlzeit. Und nichts ist da enttäuschender als ein geschmackloses, chaotisches oder gar kaltes Hochzeitsessen, denn Essen macht glücklich und hebt die Moral. Außerdem werdet ihr als Brautpaar und Gastgeber daran gemessen, wie gut ihr eure Gäste behandelt. Und Essen ist dabei ein äußerst wichtiger Punkt. Teuer oder billig, gut oder schlecht, Buffet oder Menü, ein Hochzeitsessen ist eine komplizierte Angelegenheit – nicht ganz so kompliziert wie eine Herzoperation, aber nah dran 😉. Was du unbedingt beachten solltest, erfährst du hier.

Die Hochzeits-Location

Du hast bereits eure Hochzeits-Location gebucht? Sehr gut, dann ist ja schon mal ein wichtiger Schritt geschafft! Schau dir als erstes an, welche Voraussetzungen die Location in punkto Hochzeitsessen bietet und was im Preis inbegriffen ist. Geh‘ die Location am besten mit dem Anbieter persönlich ab und klär‘ auf jeden Fall folgende Punkte:

  • Verfügt die Location über ein (hoffentlich gutes) eigenes Restaurant?
  • Wenn nein: Dürfen externe Cateringunternehmen beauftragt werden oder muss man einen bestimmten Caterer nehmen?
  • Werden Tischdecken, Servietten etc. vom Locationanbieter bereitgestellt? Hier sollte es sich um hochwertige Ware handeln – Schweres Porzellan und Besteck, sonst hat das Ganze schnell Kantinen-Flair!
  • Wenn es kein angeschlossenes Restaurant gibt: Ist eine voll ausgestattete Küche vorhanden?
  • Gibt es einen Raum (Rückzugsbereich), wo der Caterer das Hochzeitsmenü vorbereiten bzw. das gebrauchte Geschirr abstellen kann?
  • Ist genug Platz, um eventuell ein Hochzeitsbuffet aufzubauen?

Die Kosten

Wie oben erwähnt, frisst die Verpflegung einen wesentlichen Teil eures Budget-Kuchens. Denn zur Verpflegung gehört nicht nur das Essen, sondern auch die Getränke – ihr wollt eure Gäste doch nicht auf dem Trockenen sitzen lassen. Getränke werden üblicherweise auch beim Catering bestellt. Wie es mit den Getränken aussieht, kannst du im Beitrag über die Getränkekarte und im Beitrag über die Kostenkalkulation nachlesen.

Bevor du dich mit dem Caterer/Küchenchef triffst, leg‘ einen Maximalbetrag fest, den das Hochzeitsessen pro Gast kosten darf. Hochwertige, edle Zutaten wie Garnelen, Lachs, Safran, Rinderfilet etc. hören sich am Menüplan sehr gut an, gehen aber auch richtig ins Geld. Das soll aber nicht heißen, dass es bei kleinem Budget nur Spaghetti und Schnitzel mit Pommes geben kann. Mit dem Maximalbetrag kann der Caterer/Küchenchef schon etwas anfangen. Er weiß, wie viel die Zutaten inkl. Zubereitung kosten und kann dir Vorschläge unterbreiten, die bei Bedarf günstig sind und sich gut anhören. Unser Tipp: Spart nicht zu sehr am Essen. Ein gutes Essen bleibt länger in Erinnerung als eine schöne Tischdeko. Unser 4-gängiges Hochzeitsessen hat 52 € pro Person gekostet. Der Küchenchef wurde im Jahr davor mit zwei Hauben ausgezeichnet. Das Feedback unserer Gäste war durchwegs ausgezeichnet. Wenn ihr nicht an ein hauseigenes Restaurant oder Catering gebunden seid, hol‘ auf jeden Fall mehrere Angebote für ein und dasselbe Menü ein.

Die wichtigen Hard-Facts zu den Kosten:

  • Obergrenze für die Essenskosten pro Gast festlegen (Getränkekosten etc. sind hier nicht enthalten – es geht nur um das Essen)
  • Anzahl der Gänge festlegen (mindestens drei sollten es schon sein)
  • Lass dir einen Menüvorschlag zusammenstellen – gib aber auch kulinarisch ein bisschen den Rahmen vor (edle Zutaten ja/nein). Setz‘ je nach Jahreszeit auch auf saisonale/regionale Zutaten – das ist manchmal günstiger und stimmiger.
  • Vergleiche diesen Menüvorschlag preislich mit anderen Anbietern, wenn möglich (seriöse Angebote sollten alle ungefähr gleich viel kosten).
  • Das Hochzeitsessen sollte zum Rahmen passen (Pommes oder Nudelsalat in einem Märchenschloss kommen nicht gut an).

Räum‘ dem Essen also einen angemessenen Teil des Budgets ein und versuch nicht krampfhaft zu sparen. Die Gaumen eurer Gäste werden es euch danken!

Die wichtigen Kleinigkeiten

Stell dir beim Festlegen des Hochzeitsessens noch folgende Fragen, denn die wirken sich auch auf die Menügestaltung aus:

  • Gibt es Vegetarier/Veganer unter euren Gästen?
  • Gibt es verschiedene Nahrungsmittelunverträglichkeiten bzw. Allergien wie z.B. Laktose oder Fruktoseintoleranz, Histamin?
  • Sind unter den Gästen schwangere Personen, die bestimmte Lebensmittel nicht essen sollten wie z.B. rohen Fisch?

Buffet oder Menü?

Ob Buffet oder Menü, beides hat seine Vor- und Nachteile, was die Entscheidung nicht unbedingt vereinfacht. Manchmal ist aufgrund der Location sowieso nur das eine oder das andere möglich. Ohne viel Tamtam hier die Vor- und Nachteile:

Vorteile Buffet

  • Nahezu überall möglich, kann auch sehr günstig gemacht werden
  • Vielfalt an Speisen möglich
  • Durch die Vielfalt besser geeignet, wenn die Gäste unterschiedliche Geschmäcker, Unverträglichkeiten, Allergien etc. haben
  • Normalerweise wird beim Buffet jeder satt
  • Ein Buffet mit sogenannten Live-Cooking-Stationen, wie das oft in gehobenen Hotels der Fall ist, kommt gut rüber. Ein BBQ-Buffet mit Grillmeister sieht z.B. nicht nur spektakulär aus, es riecht auch wahnsinnig geil.

Nachteile Buffet

  • Ein Buffet ist immer unruhig.
  • Es bilden sich Warteschlangen am Buffet. Und wenn ich hungrig bin, gibt es fast nichts Schlimmeres, als in einer Buffet-Warteschlange zu stehen…
  • Die Speisen sind am Teller dann leider nicht so schön anzusehen.
  • Die Buffet-Stationen sind nach dem zehnten Gast schon ziemlich versaut.
  • Das „Essen“ ist dann oft kein gemeinschaftliches Erlebnis, weil nicht alle Tischnachbarn gleichzeitig ihre Speisen haben.

Vorteile Serviertes Menü

  • Die Atmosphäre ist bei einem servierten Menü viel entspannter und edler.
  • Die Gäste bleiben sitzen, können sich entspannen.
  • Man lernt seine Sitznachbarn gleich kennen und kommt ins Gespräch, während man auf die verschiedenen Gänge wartet.
  • Die Speisen auf den Tellern sind schön angerichtet und toll anzusehen.
  • Das Hochzeitsessen ist „mehr ein Erlebnis und nicht nur Nahrungsaufnahme“.
  • Jeder Gast bekommt gleich viel.

Nachteile Serviertes Menü

  • Die Speisenauswahl ist begrenzt. Meistens gibt es nur zwei Menüs (1x Fleisch, 1x Fisch) zwischen denen gewählt wird.
  • Bei speziellen Essbedürfnissen (Veganer, Vegetarier, Allergien etc.) werden zwei Menüvarianten nicht ausreichen.
  • Ein serviertes Menü ist für den Caterer ein größerer logistischer und personeller Aufwand. Das wirkt sich auch auf die Kosten aus.
  • Nicht überall ist es möglich, ein serviertes Menü anzubieten, weil die Rückzugsmöglichkeiten (Backoffice) fehlen.

Buffet und Menü?

Tja, das sind sehr viele Vor- und Nachteile. Die Entscheidung fällt nicht leicht und hängt, wie gesagt, auch von den lokalen Gegebenheiten ab. Wir haben uns nach reiflicher Überlegung dazu entschieden, eine Mischform aus Buffet und Menü anzubieten, um so die meisten Vorteile abzustauben 😊. Gruß aus der Küche, Vorspeise und Suppe wurden serviert, der Hauptgang und die Nachspeisen als betreutes Buffet gestaltet. So konnten sich die Gäste nach der Zeremonie, der Agape und den Fotosessions zuerst gemütlich hinsetzen und sich bedienen lassen. Der erste große Hunger wurde so in entspannter Atmosphäre gestillt und ein erstes lockeres Gespräch mit den Tischnachbarn war ebenfalls möglich. Beim Hauptspeisen-Buffet war dann für jeden Geschmack etwas dabei. Dadurch, dass die Gäste bereits Vorspeise und Suppe intus haben, kommt auch kein Futterneid am Buffet auf und das Anstellen ist entspannter.

Wie du dich auch entscheidest, verlass‘ dich beim Zusammenstellen der Speisenfolge auf die Erfahrung des Profis. Er weiß, welche Speisen gut mit- und nacheinander harmonieren und welche Alternativen dazu passen, falls etwas von eurer Seite aus nicht gewünscht wird. Hör dich im Freundes- und Bekanntenkreis nach guten und seriösen Caterings um und hol dann Angebote ein. Wie lautet das alte Sprichwort: „Liebe geht durch den Magen“. Und da ist definitiv etwas dran.

Ach ja, gestaltet auf jeden Fall Menükarten [Partnerlink], die ihr auf den Tischen platziert, damit jeder Gast weiß, was ihn erwartet.

Mahlzeit!